Monatsprogramm September 2026
Written by RADIO GLORIA on August 24, 2026
Warum die Psalmen für unser Beten wichtig sind
Von Simon Dach, Musikredaktor
Verehrte Hörerinnen und Hörer,
schon in meiner Kindheit waren mir verschiedene Wörter aus einer mir fremden Sprache so vertraut, als gehörten sie zu meinem vertrautesten sprachlichen Umgang.
Und vielleicht war es ja auch so. Von einer meiner Enkeltöchter erinnere ich mich, dass eines ihrer frühesten Worte, die sie zu sprechen gelernt hatte, das Wort „Halleluja“ war. Und der Grund dafür war sicherlich nicht, dass sie in ihrem jungen Leben dieses Wort bislang sehr häufig gehört hätte. Ich denke, sie merkte es sich und versuchte es zu artikulieren, weil es ihr gefiel.
Ein Kind lernt, die eigenen Wahrnehmungen, Gefühle und Bedürfnisse mit Worten auszudrücken, die es von seinen Eltern und von anderen Personen aus seiner Umgebung gelernt hat. Was es ausdrücken will, ist das, was es selbst erlebt hat, aber das Ausdrucksmittel kommt von anderen Menschen. Nach und nach eignet das Kind es sich an, aus der Leihgabe wird das eigene Reden, das doch immer den anderen das Wort verdankt. „So ist es auch im Beten der Psalmen. Sie sind uns von Gott gegeben, damit wir Wörter haben, damit wir lernen, uns an Gott zu wenden und mit Ihm zu sprechen.“ (Papst Benedikt XVI.)
Die 150 Psalmen der Bibel drücken die menschliche Erfahrung Gott gegenüber mit ihrem ganzen Facettenreichtum aus. Durch sie haben sich die Beter in Lobpreis und Bitte an Gott gewandt. In ihnen wird das Wort Gottes zum Gebetswort. Wer ein wenig mit Psalmen umgeht, weiss, dass es Psalmen in den unterschiedlichsten Varianten gibt, die Themen sind so vielfältig wie das Leben: Freude, Klage, Trauer, Dank, Zweifel, Bitte, Anbetung, Vertrauen, …
Einzelne begegnen uns im Gottesdienst. Vielleicht auch beim Gebet mit Worten aus dem Gebetsschatz unserer mehr als 2.000-jährigen Frömmigkeitsgeschichte. Denn in den Psalmtexten kommt eine Haltung des Psalmisten vor Gott zum Ausdruck, die jeder Mensch vor ihm haben soll. Lob und Dank aus der Geschöpflichkeit des Menschen, die Bitte, wie sie unserer menschlichen Existenz am besten entspricht, und die Hoffnung in der Gewissheit der „Treue Gottes“ sind universalmenschliche Äusserungen. Im Gesang und Gebet der Kirche erhält diese Haltung eine heilsgeschichtliche Dimension, weil das genannte, innewohnende Bewusstsein eine Kraft der Verwandlung besitzt, die in allen unseren Lebensumständen „heilsam“ wirken kann.
Ein Blick unterhalb der Lieder in unserem Gesangbuch in das berühmte „Kleingedruckte“ macht deutlich, dass jedes der Lieder einen Melodieschöpfer bzw. eine Quelle hat und einen Textverfasser – und oft genug ist es ein Psalmtext, der dazu die Grundlage bietet!
In den Musiksendungen des Monats wird den Hörerinnen und Hörern unseres Programms die vielfältige Aussage des Psalmenrepertoires begegnen. Möge es uns helfen, Gott in allen unseren Lebensumständen zu loben und Ihn vertrauensvoll zu bitten!
Ihr Musikredaktor Simon Dach
Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!
Halleluja, lobet den Herrn, mit dem Schall der Hörner, mit Harfe und Zither,
mit Flöten und Saitenspiel, mit Pauken und Zimbeln,
mit dem Klang der Trompeten und Posaunen,
mit Klarinetten und Sousaphonen,
mit der Orgel und den Glocken – mit Schlagzeug und Bass.
Lobt ihn mit Blues und Jazz,
mit Gregorianik und Chormusik, homophon oder polyphon,
mit den Spirituals und Gospels,
mit Sinfonieorchestern und Big Bands …
– vor allem aber mit Gesang aus vielen Kehlen,
ausgebildeten und musikbegeisterten …!
Lobet Gott in Ehrfurcht und mit Schönheit,
mit gekonnten Klängen, aber auch mit Stille und Gebet.
Denn durch das alles wird die Welt vor Gott gebracht!
Mit Sendungen wie „Musikmagazin“, „Abendspaziergänge“, „Himmelwärts“, „Radiolexikon“, „Dies Domini“ und der „Nachtsendung“ prägt Simon Dach das Radioprogramm einzigartig!
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