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9. Mai – Missionar in Ruanda – P. Hansjörg Gyr (Demo)

14 Uhr – Mit nahezu einer Million ermordeten Tutsi zählt der ruandische Völkermord vor genau 25 Jahren im 1994 zu den größten Gewaltverbrechen des 20. Jahrhunderts. Die politische Elite um den damaligen Präsidenten Habyarimana wusste gezielt das über Generationen gewachsene ethnische Konfliktpotential zur Durchführung eines organisierten Genozids einzusetzen. Fünfzehn Jahre nach Beginn des Völkermords ist die juristische Aufarbeitung durch den Internationalen Strafgerichtshof und die ruandische Gerichtsbarkeit noch lange nicht abgeschlossen.

In dieser Sendung erzählt uns der ehemalige Missionar P. Hansjörg Gyr (Weisse Väter) über sein Wirken in dieser schrecklichen Zeit. Es ist ein persönliches berührendes Glaubenszeugnis.

Liebe Schwestern und Brüder, ich bin
Hansjörg Gyr, ein Afrikamissionar.
Ich war von 1950 bis 2004 fast immer
als Missionar in Afrika. Seit 1957 war
ich in Ruanda und versuchte wirklich
ein guter Missionar zu sein, im Einsatz,
im Gebet und dann versuchte ich
auch wirklich Gutes zu tun, mich für
die Armen einzusetzen.

Aber 1994 war da plötzlich der
Völkermord, tausende von Menschen
wurden ermordet. 112 meiner Priesterfreunde,
mit denen ich mein Leben
lang gearbeitet hatte, und viele Laien
in der katholischen Aktion wurden
ermordet. 800‘000 Personen starben
und ich sah wie all unsere Arbeit, mein
ganzes Leben in Ruanda zu Ende war.
Das war ein grosser Schmerz und ich
schrie: «Gott, wo bist du?» Später kam
dann Maria, um mich zu trösten, und
sie sagte, ich solle nicht weiter weinen.