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6. Mai – Über die Päpstliche Schweizergarde – Marco Giglio

10 Uhr – Unser Referent Marco Giglio spricht heute über die Päpstliche Schweizergarde (Wdhl. heute 22 Uhr). Die kleinste und älteste Armee der Welt sorgt seit ihrer Gründung durch Papst Julius II. im Jahre 1506 als Leibwache für den Schutz der Päpste, aktuell ist dies Papst Franziskus.

Denn anders als heute war die Schweiz damals bitterarm. Viele Familien verdienten sich ein kleines Zubrot, indem sie einen ihrer Söhne als Söldner auf die Schlachtfelder des kriegerischen europäischen Kontinents schickten.

Bei den Kriegsherren waren die Schweizer Söldner gleichermassen beliebt und gefürchtet: Weil das Wirtschaftsleben der armen Kantone im Innern Schweiz fast gänzlich vom Geschäft mit den Leihsoldaten abhing, verrichteten die Schweizer Söldner ihren Dienst besonders gut und zuverlässig. Auf die eidgenössischen Soldaten soll selbst dann Verlass gewesen sein, wenn sie sich auf den gegnerischen Seiten ein und derselben Front wiederfanden.

Auch Papst Julius II. hatte vom guten Ruf der Schweizer Söldner gehört – und bestellte sich 1505 bei den Eidgenossen zunächst einmal 150 Mann als Leib- und Palastwache, die im darauf folgenden Jahr einsatzbereit war. Sein Hintergedanke: Dank der Schweizer Neutralität konnte man einigermassen sicher sein, dass die eigene Leibgarde am Ende nicht doch aus heimlichen Feinden bestehen würde.

Die erste Bewährungsprobe liess nicht lange auf sich warten. Am 6. Mai 1527, bei der Plünderung Roms durch deutsche Landsknechte und spanische Söldner, starben drei Viertel der Schweizergarde, als sie Papst Clemens VII. beim Rückzug in die Engelsburg deckten. Zur Erinnerung an diesen Einsatz werden die Rekruten der Schweizergarde bis heute am 6. Mai vereidigt.

Das unter dem Kommando von Oberst Christoph Graf (LU) stehende Korps sorgt darüber hinaus für die Bewachung der Eingänge zum Vatikan, steht für Repräsentationsaufgaben bei Päpstlichen Zeremonien und Staatsempfängen zur Verfügung und sorgt sich um den Schutz des Kardinalkollegiums während einer Sedisvakanz. Dem Korps gehören Gardisten aus allen Landesteilen an, derzeit stammen die meisten aus den Kantonen St. Gallen und Wallis (je 16), gefolgt vom Kanton Luzern (13). Weitere Informationen über das Korps auf der Internetseite der Päpstlichen Schweizergarde.